CBDCs und die neue digitale Geldordnung

CBDCs – Wann ist das Zeitfenster geschlossen?

Folgt das Angebot der Nachfrage – oder folgt die Nachfrage dem Angebot? Eine Frage, die sich aufdrängt, wenn man über die Einführung von digitalen Zentralbankwährungen (Central Bank Digital Currencies, kurz CBDC) nachdenkt. Vielleicht lautet die Antwort darauf einfach: weder noch. Viel eher ist es doch so, dass digitales Zentralbankgeld nicht einfach im Trend der Zeit liegt, sondern die Antwort der Finanzelite und der Staaten auf die schwindende Vormachtstellung der Gelderzeugung und vor allem der Geldsteuerung ist.

Dass wir uns in wirtschaftlich unsicheren Zeiten befinden, sollte spätestens nach dem ersten Corona-Lockdown und den folgenden Massenentlassungen weltweit führender Firmen bewusst sein. Auch, dass nicht nur unzählige Firmen maßlos überschuldet sind, sondern auch die gesamte Bankenlandschaft und im Grunde genommen fast jeder Staat der Welt ebenso von Überschuldung betroffen ist, ist nicht unbekannt.

Das neue Kryptogeld der CBDCs

Warum gerade jetzt die CBDCs kommen

Was aber nun, wenn eine massive Pleitewelle über den Bankensektor rollt und der Großteil der Banken zahlungsunfähig wird? Dafür ist man doch mit der Einlagensicherung abgesichert, denken sich jetzt vielleicht viele…. Nur, dass dafür die restlichen Banken haften und mit dieser Haftung selbst zahlungsunfähig werden würden, ist den wenigsten bewusst.

Das würde auch bedeuten, dass ab diesem Zeitpunkt die Banken untereinander kein Geld mehr überweisen würden bzw. auch der generelle Geldfluss einbrechen würde. Und genau für diesen Krisenfall benötigt es ein alternatives Währungssystem. Ein Währungssystem, das unabhängig von der Bankenlandschaft und der aktuell herrschenden Schuldenlast vom Staat gezielt eingesetzt wird.

Das hätte einerseits den massiven Vorteil, dass die Sparer nicht mehr auf die Zahlungsunfähigkeit ihrer Bank angewiesen wären, würde aber auch einige schwerwiegende Gefahren mit sich bringen. Es wird dann entweder darauf hinauslaufen, dass viele Leute ihr Geld im alten System verlieren werden und danach neu angefangen wird oder, viel wahrscheinlicher, dass mit dem neuen digitalen Zentralbankgeld, welches in unlimitierter Höhe zur Verfügung steht, die aktuell bestehenden Schulden zurückbezahlt werden.

Beide Varianten haben als Resultat, dass die Bürger des Staates ihr hart erspartes Geld verlieren werden bzw. es nichts mehr Wert sein wird. Auch wird durch diese Maßnahmen eine nie zuvor da gewesene Abhängigkeit des Bürgers vom Staat erreicht, sofern das Bargeld, wie zu erwarten, gleich mit abgeschafft wird.

Wo kommt digitales Zentralbankgeld zuerst?

  • China, zum Beispiel, will bis 2022 digitales Zentralbankgeld einführen und das Bargeld zurückdrängen, wenn nicht gar ersetzen. Es gibt bereits seit längerem Tests mit den chinesischen CBDCs die teilweise schon in die Banking Apps einiger großer Banken integriert sind.
  • Auch Schweden befindet sich bereits sehr fortgeschritten in der Testphase. Dort könnte das Bargeld-Argument auch erklären, weshalb die schwedische Zentralbank mit den Plänen für eine „E-Krone“ schon besonders weit fortgeschritten ist. Bargeld wird in Schweden – im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern – nur noch selten genutzt. Viele Geschäfte akzeptieren gar kein Bargeld mehr. Nur noch sechs Prozent aller Zahlungen wurden 2019 bar abgewickelt.
  • Singapur, als weiteres Beispiel, hat ebenfalls gerade verkündet, seine Nationalwährung SGD (Singapur-Dollar) als Stable Coin auf der Ethereum Blockchain und dem Zilliqa Netzwerk zu veröffentlichen. Bedeutet also, das ab sofort jede Person den digitalen Singapur-Dollar -> XSGD kaufen und verwenden kann. Dieser Stable Coin wurde als ERC-20 Token bzw. ZRC-2 Token gelauncht und kann somit in jegliche bereits bestehende Blockchain Infrastruktur integriert werden. Es ist also möglich das staatliche Zahlungsmittel von Singapur ab sofort in Smart Contracts einzubinden und auch das Geld in der eigenen Wallet zu verwahren.
  • Und selbst Frau Lagarde hat für die EU bereits angekündigt die Entwicklung eines gesamt-europäischen digitalen Euros vorantreiben zu wollen. Nach Aussage von Frau Lagarde heißt es sogar: «Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden.»

Gibt es Gefahren an CBDCs, bzw. eine Alternative?

Dazu muss man sich zunächst klarmachen, was Zentralbankgeld ist. Es handelt sich dabei um die Guthaben der Geschäftsbanken auf ihren Konten bei der Zentralbank sowie das von Haushalten und Unternehmen gehaltene Bargeld.

Kein Zentralbankgeld sind dagegen die Guthaben der Privatleute und Unternehmen auf den Konten ihrer Geschäftsbanken. Sie stellen nämlich keine Forderung gegenüber der Zentralbank dar, sondern gegenüber den Geschäftsbanken.

Die Zukunft der CBDCs

Geldsteuerung und Bargeldbesteuerung

Digitales Zentralbankgeld kann man sich als immaterielles Bargeld vorstellen. Statt in einem Portemonnaie befindet es sich auf einer Art Geldkarte, es ersetzt dann physisches Bargeld. Denkbar ist auch, dass Bürger bei der Zentralbank Konten eröffnen und mit diesem Zentralbankgeld Zahlungen tätigen.

CBDCs schaffen jedoch eine Menge Probleme. Wenn es das Bargeld vollständig ersetzt, können die Menschen einem Negativzins der Zentralbank nicht mehr dadurch ausweichen, dass sie sich ihre Bankguthaben in zinsloses Bargeld auszahlen lassen.

Mit digitalem Zentralbankgeld können Notenbanken Strafzinsen durchsetzen, die viel höher sind als die Lagerkosten des Bargeldes. Die Manipulation des Zinses ist noch einfacher – mit all den Risiken, wie dem Entstehen gefährlicher Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten.

Grenzenlose Überwachung

Kritisch ist auch, dass Staaten mit CBDCs die finanziellen Transaktionen ihrer Bürger, je nach technischer Ausgestaltung, deutlich einfacher überwachen können. Dies ist sicher nicht nur für Chinas Regierung ein wichtiger Aspekt.

Grundsätzlich könnte man all diese Probleme mit entsprechenden Vorkehrungen vermeiden. So könnten deutlich negative Zinsen auf Zentralbankguthaben verboten werden. Aber wie glaubwürdig sind solche Sicherungen im Euro-Raum? Erinnern wir uns an die zahlreichen Lügen und Regelbrüche der jüngsten Vergangenheit.

Im Zweifel macht digitales Zentralbankgeld den Staat auf Kosten seiner Bürger mächtiger. Und das ohne Not.

Die Alternativen zu CBDCs

Und genau hier ist es wichtig eine Alternative zu haben, bei der man nicht der Willkür des Staates ausgeliefert ist. Wie ich bereits seit 2014 für mich entdeckt habe, sind Kryptowährungen wie der Bitcoin (und andere alternative Coins) die größte uns jemals gebotene Chance von den kommenden Krisenzeiten verschont zu bleiben und sogar noch massiv zu profitieren.

Nicht nur, dass in Zukunft unsere Währungen digital sein werden, auch werden neue digitale Vermögensgüter und Anlagemöglichkeiten kommen. Und um zu begreifen, wann dieses Zeitfenster sich schließen wird, sollte man ganz genau darauf achten, was die großen Banken, Investoren, Hedgefonds und Staaten jetzt bereits vorbereiten und wo diese Geld investieren.

Eines ist jedoch klar: Niemals zuvor gab es je eine Chance, die für jeden von uns so groß und gleichzeitig so einfach zu ergreifen war. Es ist nur wichtig zu handeln, um nicht auf der Verliererseite zu stehen. Auf dieser werden leider wieder einmal viel zu viele Leute stehen.

DAVID GLADES

CEO Blockchain Consulting

 


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